SO TRICKSEN HERSTELLER BEIM WASCHMITTEL: WER AUFPASST, SPART VIEL GELD

Mogelpackungen bei Lebensmitteln sind keine Seltenheit. Wer beim Kauf von Waschmittel allerdings ganz genau hinschaut, kann richtig Geld sparen, so der Marktcheck des SWR. Das sind die Details.

Etwa die Hälfte der Deutschen wäscht die Kleidung zwischen zwei- und sechsmal pro Woche und verwendet dabei eine Vielzahl von Waschmitteln, darunter Vollwaschmittel, Color­wasch­mittel und All-in-1-Pods, die in verschiedenen Verpackungsgrößen erhältlich sind. Grundsätzlich geht der Verbraucher davon aus, dass er mit Kauf einer größeren Packung am günstigsten wegkommt.
Doch stimmt das wirklich?
Der SWR hat für die Beantwortung dieser Frage einen Marktcheck durchgeführt und ist zu überraschenden Ergebnissen gekommen. Es sei bereits vorweggenommen, dass die Hersteller von Waschmitteln bewusst tricksen und ihre Kunden mit den verschiedenen Verpackungsgrößen verwirren.
Lesetipp: Die Sieger und Verlierer des großen Waschmitteltests von Stiftung Warentest
Laut einer Straßenumfrage des SWR greifen Kunden beim Kauf von Waschmitteln oft zu größeren Packungen, da sie diese als wirtschaftlicher einschätzen. Kleine Packungen hingegen wirken zwar beim Kauf günstiger, erweisen sich jedoch auf lange Sicht als weniger rentabel.
Genau diese Wahrnehmung machen sich einige Hersteller von Waschmitteln zunutze. Eine anfangs günstig erscheinende Großpackung wird nach und nach teurer, bis sich der Kauf dieser nicht mehr rentiert. Einige Kunden achten dann nicht mehr genau auf die Preise oder vergleichen diese nicht sorgfältig. Um den Preisvergleich weiter zu erschweren, bieten die Hersteller oft eine Vielzahl von Größen angegeben in Wäschegängen an.
Beispielsweise verkauft der Hersteller Persil das identische Waschpulver in den Größen 16, 60 und 75 Waschladungen. Die Stichprobe von SWR zeigt, dass die kleinste Packung am günstigsten ist, während die Verpackung "60 Wäschen" auf Dauer am wenigsten rentabel ist. Gleiches gilt auch für Flüssigwaschmittel. Großpackungen desselben Herstellers sind auch hier deutlich teurer.
Doch auch bei Allin1-Pods und der Art des Waschmittels wird getrickst.

Verwirrende Dosierungsangaben

Auf den ersten Blick nahezu identisch sehen zwei der Flüssigwaschmittel der Marke Ariel aus. Die Größe der Verpackungen ist gleich, nur ein Hinweis zeigt den Unterschied. Ein Waschmittel wirbt mit "Farbschutz", das andere mit "Extra Faserpflege". Beide Waschmittel werden zum gleichem Preis verkauft - ein Waschmittel ist laut Verpackung aber für 18 Waschladungen ausgelegt, das andere für 20.
Laut Tristan Jorde, Experte für Umwelttechnik, könne es durchaus Unterschiede geben, die im Labor vielleicht auch nachweisbar sind, "[...] aber beim Gesamtwascherfolg, der ja zusammenhängt aus mechanischem Abrieb, Temperatur, chemische Wirkung, Verschutzungsgrad, Wasserhärte - in dem ganzen Konzept spielt das eine total untergeordnete Rolle".
Inwiefern sich die Waschmittel tatsächlich unterscheiden, hat Procter & Gamble wie folgt bei Marktcheck geantwortet: "Die Color Variante 'Extra Faserpflege' erneuert die Leuchtkraft der Farben."
Bei Allin1-Pods können Kunden durch die Dosierungsangaben verwirrt- und zur falschen Dosierung geleitet werden. Während ein Pod nur bei einer Waschladung bis zu vier Kilogramm reichen soll, genügend zwei Pods für stark verschmutzte Wäsche bis zu sechs Kilogramm. Sind sich Verbraucher nicht sicher, neigen sie dazu eher eine höhere Dosierung zu der Wäsche zu geben. Die Folge dessen: Schnellerer Verbrauch und Nachkauf des Waschmittels.
Es gilt also: Achten Sie beim Kauf Ihres Waschmittels auf die Größe und vergleichen Sie die Preise sorgfältig miteinander und geben Sie zur Wäsche tendenziell etwas weniger Waschpulver hinzu.
Den gesamten SWR-Beitrag können Sie hier anschauen.
In der folgenden Tabelle zeigen wir Ihnen noch die besten Waschmaschinen laut Stiftung Warentest:
Sollte Ihnen die Tabelle nicht angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.

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